Kartäuserstrasse


Info

Das Gasthaus ist eine der vielen ehelmaligen Stallwirtschaften rund um das allte Freiburg - Vorläufer heutiger Motels.

Viele Viele dieser Häuser, die wie ein Kranz um die Stadt lagen, sind noch heute noch erhalten: Das Dreikönigs-Haus in der Schwarzwaldstraße, die "Sonne" in der Basler Straße oder das Gasthaus "Stadt Wien" an der Ecke zum Rennweg. Bei der "Krone" in der Kronenstraße steht sogar noch der Stall: Dort bot der Pferdehändler Karl Müller noch 1952 in Zeitungsannoncen "erstklassige Pferde jeden Schlages in großer Auswahl und bester Qualität" feil.

Der Name "Zum Stahl" wird von einem Bestandteil der Armbrust hergeleitet, hatte die Gesellschaft der Armbrustschützen "Zum Stahl" doch nach 1680 ihr Übungsgelände am Hirzberg.

Dagegen sprechen jedoch unterschiedliche Nennungen des Namens "Zum Stall" ("ad Stabulum") in den Akten. So im 17. Jh. und noch 1836 in den Runzakten: Bei der alljährlichen Inspektion des Auslaufs des Wassers beim Sandfang und in Ebnet machten die Helfer der Runz hier immer Station. Jahrzehntelang wurde in den Runzversammlungen zwischen 1810-36 nicht nur über die Höhe des des "Zehrgeldes" gestritten und gefeilscht, sondern auch darüber, welcher der Helfer überhaupt ein Anrecht darauf habe.

Im Wirtshaus wurde auch der Eisenzoll für die nahegelegene Hammerschmiede erhoben.


Gasthaus "Zum Stahl"


Kurzinfo

Im Jahr 1900 erwarb die Stadt das Anwesen. Erst 1980 ging es wieder in Privatbesitz über.

Nachdem die neuen Eigentümer die marode Bausubstanz saniert und umfänglich umgebaut hatten, wurde das Restaurant verpachtet. In der ehemaligen Scheune unter der riesigen Dachfläche entstanden Wohnungen. Heute ist der "Stahl" ein schönes Beispiel, dass es mit Fingerspitzengefühl möglich ist, bei einer Sanierung die Kirche im Dorf und die "Seele" eines alten Gemäuers im Haus zu lassen. Und dass kulinarischer Genuss und historisches Ambiente wie füreinander geschaffen sein können.

Links, Tips, Bemerkungen:


Runzgenossenschaften
Wiesenbewässerung
Freiburger Badewesen